Die Tage und Wochen vergehen hier wie im Flug ohne dass irgendwas vorwärts geht. Das würde einem normalen Menschen vielleicht zu denken geben, ich halte mich da gekonnt zurück.
Ich wohne nun seit 1 Monat, 10 Tagen und 12 Stunden in Göteborg und habe mich mal wieder blendend eingelebt.
Die Zimmer im Studentenheim sind wunderwunderschön, die Gegend ist nicht gerade die beste, aber nicht zu weit vom Zentrum der Stadt entfernt.
Als ich in der ersten Woche ankam war das Haus nicht nur leer, sondern mein Zimmer auch noch im falschen Stock. Man möchte meinen meine Glückszahl 11 hätte dementsprechendes gebracht, war aber nicht so. Nummer 11 liegt nämlich im Erdgeschoss, mit Ausblick auf Parkplatz und Einblick in das Zimmer. Das ließ ich natürlich nicht mit mir machen und rief sofort beim „student housing” an, um meine Rechte einzuklagen.
§25 (c) des NGBs (Ninschen Gesetzbuches) besagt nämlich:
„(…) Nina hat das Recht jederzeit nackt in ihrer Wohnung rum zu laufen, ohne dabei beobachtet zu werden.”
Das Volk entschuldigte sich vielmals und stellte mir sofort das schönste Zimmer im Haus zur Verfügung. Nr. 312, 4. und damit oberster Stock. Ich nahm alles was nicht niet und nagelfest war mit und begab mich mit dem langsamsten Lift der Welt in mein neues Zuhause.
Somit kam ich nicht nur an einen besseren Ausblick sondern auch noch an den besten Flur. Susanne, Markus, Julian und Danny wurden sofort zu meinen neuen Freunden ernannt, ob sie wollten oder nicht.
Katharina, die im Nebenhaus wohnt und Hanna, zu der wir höchstens mal aus Höflichkeit fahren würden, bilden mit Susanne und mir das neue Viermäderlhaus. Gemeinsam gehen wir durch dick und dünn. Naja, zur Zeit mehr durch dick, aber das wird ab nächster Woche durchs Fysiken und den dort angebotenen Sportkursen geändert.
Wenn wir nicht gerade auf der Uni Löcher in die Luft starren, unterhalten wir uns beim wöchentlichen Essmarathon über Themen wie „Kann man unterbewusst schwanger werden?” oder „Ich bin seit Jahren Steinschwanger, kann ich jetzt zu Operah?”.
Spannender kann das Leben wohl kaum noch werden und mit diesem Gedanken wende ich mich dem Computer ab und dem Bette zu.
Ich wünsche eine angenehme gute Nacht!


