In den letzen Wochen hat sich viel getan. Ich habe meine erste Prüfung auf der Uni bestanden, Susanne und ich sind nach Kopenhagen gefahren, meine Haare sind wieder schwarz und ich habe mich gegen alle meine bisherigen emanzipierten Einstellungen gestellt und bin zur Hausfrau mutiert.
Wie lautet dieses Sprichwort? „Wer mit zwanzig kein Revolutionär war, hat kein Herz. Wer es mit dreißig noch ist, keinen Verstand.“ (Angeblich von Georg Bernard Shaw.)
So ist das auch mit der Emanzipation. Jung, rebellisch, kommunistisch, emanzipiert.
Doch wenn es dann zum richtigen Frau-Sein kommt, muss man sich seiner Situation bewusst werden. Schließlich wollen wir ja alle mal einen Mann abbekommen.
Und so habe ich mich hingesetzt und Kochrezepte aus dem Internet gesucht. (Denn die moderne Frau darf sich hin und wieder auf technische Geräte stützen.) Ein Kaiserschmarrn war schnell gemacht, das Zimmer wurde zum Esssaal umfunktioniert und schon hatte ich fünf potenzielle Ehemänner bei mir sitzen.

Damit sie das Interesse nicht genauso schnell wieder verlieren, habe ich sie die Woche darauf noch mit Kuchen umgarnt und so hab ich nun die Qual der Wahl. Völlig überfordert mit den Liebeserklärungen, nahm ich mir eine Auszeit und fuhr mit Susanne nach Kopenhagen.
Danny, der letztes Semester seinen Erasmusaufenthalt in Innsbruck machte, stellte uns sein Wohnzimmer inklusive Matratze zur Verfügung. Wir verbrachten drei wunderschöne Tage damit uns neu einzukleiden (meinem neuen Lebensstil entsprechend), die Stadt zu erkunden und uns darüber zu freuen, dass sämtliche Erasmusstudenten in Stockholm bei Hagel und +3 Grad saßen, während wir bei Sonnenschein und ohne Jacke im königlichen Park flanierten. Alles in allem ein wunderschönes Wochenende das unbedingt bald in einer anderen Stadt wiederholt werden muss.

